Sucht man im Internet nach dem Begriff Intuition, dann zeigen sich viele Begrifflichkeiten: Bauchgefühl, Hochgeschwindigkeitsnetz des Gehirns, Eingebung, Frühwarnsystem, Unbewusste Entscheidungsfunktion, um.

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht diskutieren ob es eine Intuition gibt, was sie ist und wie sie sich begründet. Dafür gibt es zahlreiche Literatur – und wer mag, kann sich darin gern austoben.

Das Gefühl kommt immer vor dem Gedanken

Fakt ist, das Gefühl kommt vor dem Gedanken, den wir denken. Noch bevor unsere Ratio etwas denkt, haben wir ein Gefühl. Unser inneres Navigationssystem, das uns warnt oder uns zum Handeln anregt. Wichtig: Das zeigt sich nicht in Worten, sondern in Reaktionen, die wir manchmal selbst nicht immer sehen. Schließlich haben wir keine Kamera, die uns den ganzen Tag begleitet. Diese Informationen müssen wir uns von anderen abholen.

Ein kleines Beispiel, das ich in einem Vortrag von Dr. Maja Storch gesehen habe: Sie zeigt ein Bild auf dem eine Gurke von Hand gerädelt wird. Es ist nur die Gurke, die Hand, das Messer und das Brett zu sehen. Nun liegt der Daumen aber unter dem Messer, das gerade ansetzt die Gurke zu schneiden. In dem Moment als dieses Bild auf der Leinwand erscheint, geht ein aufschreckendes Raunen durch den Raum. Doch keiner sagte zuerst: „Achtung Du schneidest Dir gleich in den Finger.“ Die Erstreaktion waren nicht Worte, sondern ein Raunen, das über das Gefühl gesteuert wurde. Ein Gefühl, das uns warnt – in diesem Fall zumindest.

Ich spür da nichts

Haben wir zum Beispiel ein schlechtes Gefühl bei etwas und finden keine schlüssige Erklärung dafür, dann können wir es auch meist nicht auf einen Sachverhalt zurück schließen. Dann handeln wir sozusagen aus dem Bauch heraus, weil es sich nicht stimmig anfühlt. Erklären können wir es jedoch meist nicht. Wenn ich meine Klienten manchmal danach frage, dann kommen schon Antworten wie: „Ich spür da nichts“ – das kann schon sein, denn der eine hat dieses Gefühl und der andere spürt es nicht und kann es vielleicht sogar nicht wahrnehmen oder spürt es nicht so deutlich, weil Gefühle darf man ja nicht zulassen. 

Erfahrungen sind abrufbar

Streng genommen ist die Intuition nichts, was wir wie ein Organ in uns finden könnten. Es ist tief im Innern unseres Gehirns abgelegt und der eine hat guten Zugang dazu und der andere eben weniger gut. Und nicht immer leitet uns unsere Intuition richtig. Wenn wir zum Beispiel eine Erfahrung abgespeichert haben, die wir vielleicht schon vor vielen Jahren gemacht haben, dann kann es sein, dass wir es gar nicht darauf zurückführen können. Lediglich eine Situation im Hier und Jetzt ist dieser sehr ähnlich und unser Gehirn signalisiert: „Kenn ich schon – war gut“ oder „Kenn ich schon – war nicht gut“. Und wenn wir keine Möglichkeiten finden um es abzugleichen oder zu hinterfragen, dann haben wir vielleicht ein sogenanntes komisches Gefühl und können uns nicht so leicht entscheiden. Nutzen wir es aber als einen Art Indikator, der wie eine Art Frühwarnsystem funktioniert, dann kann es uns helfen unsere eigenen Entscheidungen zu treffen, da wir die Entscheidung aus unserem Selbst heraus gefällt haben.

Soll ich oder soll ich lieber nicht?


Kennst Du das auch? Du kannst Dich nicht entscheiden – der Kopf sagt hier lang und der Bauch will das aber nicht. Dieses Dilemma haben wir häufig und manchmal überlassen wir die Entscheidung einfach jemand anderem und fügen uns oder sind erleichtert, dass jemand die Entscheidung abgenommen hat. Doch was ist, wenn es um Entscheidungen, die getroffen werden müssen, bei denen es um mich selbst geht? Wie gehe ich dann vor? Mach ich mir eine Vor- und Nachteil-Liste und wäge danach ab? Erstaunlicherweise kommt es zwar zu einem Ergebnis, wenn die Vorteile nicht das gleiche Gewicht haben, wie die Nachteile. Ist unser „Selbst“ dann aber auch mit im Boot? 


Die LÖsung


Ich behaupte nein – noch nicht. Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich mich nicht klar entschieden habe und könnte wieder erneut ins Zweifeln kommen. Doch wie kann eine Lösung aussehen? Das ist im Prinzip ganz einfach: Indem ich mir für jede Option eine Affektbilanz erstelle und mein Unbewusstes die Optionen bewerten lasse. Danach überlege ich mir, was ist der Grund für mein Gefühl und suche im weiteren Schritt nach Möglichkeiten, ein eindeutiges Gefühl für oder gegen etwas zu bekommen. Wie soetwas praktisch abläuft, lernst du in meinem Kurs: „Affektbilanzen – Dem Zweifeln ein Ende setzen“. Es ist eine ganz einfache Methode, die, wenn man sie einmal verstanden hat immer wieder selbst anwenden kann und so zu klaren Entscheidungen kommt.