Wenn das Wörtchen "Wenn" nicht wär, ...

Kennst Du diesen Satz auch: „Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär, wär mein Vater Millionär“? Wenn das mal so einfach wäre 🙂 Kreisen auch Deine Gedanken ununterbrochen um einen unerfüllten Wunsch, der zumindest bis jetzt noch nicht in Erüllung gegangen ist, weil immer etwas oder jemand diesen unmöglich gemacht hat?

Ich möchte Dir das an ein paar Sätzen im Folgenden verdeutlichen, was ich damit meine.

Heute gönne ich mir ein Eis, das habe ich mir verdient!

„Wenn ich Geld hätte, wäre das Leben viel einfacher und hätte ich keine Sorgen“. Oder: „Heute gönne ich mir ein großes Eis, das habe ich mir verdient.“ Oder: „Wenn ich alleine bleibe und keine Beziehung anfange, dann kann mich auch niemand verletzen.“ oder noch ein Beispiel: „Ich muss das perfekt machen, erst dann bin ich zufrieden.“

So oder auch ähnlich könnte sich Dein Mangel-Mind-Set auch anhören, stimmt’s?

Nun das sind für mich alles sytemische Lügen. Woher möchtest Du denn wissen, dass es auch so wäre, wenn es sich erfüllen würde? Kommt dann nicht direkt das nächste Mangel-Mind-Set? Es sind doch, wenn wir es genau nehmen unerfüllte Hoffnungen, die wir mit uns tragen und eigentlich sind die Ergebnisse schon im Mind-set impiziert: wir sind dann das Opfer und nicht schuld, dass es so ist, wie es ist.

Betrachtet man diese Sätze jedoch genauer, dann ist dahinter ein Verhalten und nicht selten ein regelrechtes Muster versteckt, das von irgendwo oder irgendjemand herkommt, nur ist uns das überhaupt nicht bewusst – meistens zumindest. Manchmal sind es jedoch auch Sätze, die wir in der Jugend bereits mehrfach in anderer Form gehört haben und einfach geglaubt haben, ohne zu wissen, ob das was der Erwachsene uns „gelehrt“ hat auch stimmt.

Unser Gehirn ist ununterbrochen am Abgleichen

Da unser Gehirn ununterbrochen am Abgleichen ist und versucht Verhaltensmuster abzuspeichern, um damit letztendlich Kapazitäten einzusparen, gleicht es auch die Mind-sets mit bereits gemachten Erfahrungen ab und meldet sogzusagen: „Kenn ich schon“ und wir reagieren ganz automatisch, wie wenn wir auf die Start-Taste eines Programmes drücken.

Das ist ja nicht immer schlecht, wir brauchen das sogar ganz oft, zum Beispiel beim Autofahren. Stell Dir mal vor, Du müsstest über jede Bewegung und jeden Gedankengang beim Autofahren lange nachdenken, wir würden gar nicht zum Autofahren kommen, denn die Informationen, die da auf uns zukommen und verarbeitet werden müssten, wären viel zu viele.

Gute oder schleichte Gewohnheit?

Unser Gehirn kann aber nicht sprechen und auch nicht unterscheiden, ob es nun eine gute Gewohnheit ist oder eine schlechte Gewohnheit. Es behandelt sozusagen alles gleich und es löst Reaktionen aus, die es irgendwann mal abgespeichert hat. Das nennt man dann Automatismus oder Routine.

Damit ist der Satz: Wenn, …. dann,… eben nur ein Gedankenkonstrukt in Verbindung mit einer gelernten Erfahrung und langfristig einer Routine. Und Erfahrungen werden bewertet und in Handlungen umgesetzt. Da die Aussicht auf eine positive neue Erfahrung von vornherein jedoch mit einem weiteren Gedanken zunichte gemacht wird, bleiben wir entweder im „nicht Handeln“ stecken oder probieren es erst gar nicht, weil der Gedanke folgt: „Ach was, das klappt ja sowieso nicht“ oder um nochmal auf die Schokolade zurück zu kommen: „das Bewertungssystem“ signalisiert hier „hm… lecker“ und nicht „lass es, das ist ungesund“. Das kommt dann erst in der Folge, wenn es beim nächsten Wiegen an den Zahlen auf der Waage zu sehen ist. Dann folgt sogar meist auch noch die mentale Bestrafung – und die Folge ist: wieder Schokokade, Eis oder was auch immer um sich zu belohnen. Ein Kreislauf, aus dem wir nicht so ohne Weiteres einfach raus kommen.

Lösungsansatz: BEwusst machen und sichtbar machen

Doch ich würde den Blog nicht schreiben, wenn ich nicht auch einen Ausweg dazu beschreiben könnte: Der Ausweg heißt – du ahnst es bestimmt schon? – BEWUSST MACHEN. Erst wenn wir uns im Nachgang diese Sätze anschauen, analysieren und die Handlungsweisen, das Verhalten und die Konsequenzen genauer anschauen und damit SICHTBAR MACHEN, können wir einen Lösungsansatz im Anschluss entwickeln und mit neuen Routinen mehr oder weniger „überschreiben“.